Gymnasium Bad Königshofen

„Zusammenkommen ist ein Beginn, zusammenbleiben ist ein Fortschritt, zusammenarbeiten ist ein Erfolg.“

Henry Ford

Sprachliches Gymnasium - Humanistisches Gymnasium - Naturwissenschaftlich-technologisches Gymnasium

Besondere Angebote

Enrichment-Kurs der Schülerakademie Main-Rhön 2014/15

Was blinkt und piept denn da? – Ein Einblick in die Welt der Elektronik


Seit einigen Jahren wird für besonders begabte und interessierte Schülerinnen und Schüler an Gymnasien im östlichen Unterfranken ein Enrichment-Programm angeboten. Die Teilnehmer besuchen an sieben Freitagen und Samstagen im Schuljahr einen der für die 6./7. bzw. 8./9. Jahrgangsstufe angebotenen Kurse.

Am Gymnasium Bad Königshofen trafen sich im vergangenen Schuljahr 3 Schülerinnen und 7 Schüler der 8. und 9. Jahrgangsstufe aus den Gymnasien Bad Neustadt, Bad Königshofen, Bad Kissingen, Ebern und Schweinfurt (Alexander-von-Humboldt-Gymnasium, Walther-Rathenau-Gymnasium), um den Enrichment-Kurs „Was blinkt und piept denn da? – Ein Einblick in die Welt der Elektronik“ unter Leitung von Frau Seelmann zu besuchen.

An den ersten Treffen im Oktober, November und Dezember eigneten sich die Schülerinnen und Schüler Grundlagen der Halbleiterphysik und Wissen über grundlegende Bauelemente der Elektronik wie Widerstände, Kondensatoren, Dioden, Transistoren und ihre Schaltungen an. Die Vermittlung von Theorie war stets sehr eng mit Experimenten verknüpft: Die Schüler führten in Zweiergruppen selbstständig Versuche durch und lernten im Team erfolgreich zu arbeiten. Das sorgfältige Durchführen und wissenschaftliche Aus­werten von Versuchen und das Anfertigen übersichtlicher Versuchsprotokolle waren wichtige Grundfertigkeiten, die dabei eingeübt wurden.

Als die Schülerinnen und Schüler mit den Grundlagen der Elektronik ausreichend vertraut waren, sammelten sie erste Erfahrungen beim Löten einfacher Schaltungen.

Am 27.02.2015 besuchte der Kurs die „Wissenswerkstatt“ in Schweinfurt, wo die Schülerinnen und Schüler in den professionell ausgestatteten Werkräumen einen „Dosenlautsprecher“ zum Anschluss z.B. an das Handy fertigen konnten. Die Betreuer halfen mit viel Geduld und Sachkenntnis und bereinigten alle Lötfehler, so dass am Ende jeder einen funktionierenden Lautsprecher mit nach Hause nehmen konnte.


Als weiteren Termin „außer Haus“ nutzten wir das Angebot des „Schüler-Campus 2015“ der Fachhochschule Schweinfurt. Am 18.04.2015 hörten wir den Vortrag „Die deutsche Energiewende – Was steckt dahinter?“ von Prof. Dr. M. Zink, in dem Hintergründe und Fakten zur Energiewende in Deutschland erklärt wurden. Im Anschluss daran konnten wir nach einem kostenlosen Mittagessen in der Mensa im Rahmen des „Tages der Elek­trotechnik“ verschiedene Labore der FHWS besuchen: Die Schüler informierten sich im Labor für Videotechnik über die neuesten hochauflösenden Fernseher, im Labor für Steuerungstechnik und Robotik über Industrieroboter und im Mechatroniklabor über die Betriebsführung einer Windkraftanlage. Im Labor für Chipdesign und Mikroelektronik konnte man ein Videospiel testen oder einen „Schüttelwürfel“ löten. Am eindrucksvollsten aber war sicherlich die Vorführung der „Hochspannungstechnologie für die Energiewende“ im Labor für Hochspannungstechnik, bei der es heftig blitzte und krachte. Für viele der Schüler war es der erste Einblick in die FHWS und somit ein Anlass, bereits einmal über die eigene Studienfachwahl oder berufliche Zukunft nachzudenken.


An den Treffen im April und Mai konnten die Schüler mehr praktische Erfahrung durch das Anfertigen eines Elektronik-Bausatzes sammeln: Sie löteten eine LED-Verkehrsampel, einen Bewegungsmelder oder einen Klatschschalter. Gar nicht so einfach war es allerdings, die Theorie hinter den Schaltungen zu verstehen und ihre Funktionsweise nachzuvollziehen. Die Schüler wählten Themen für die Abschlusspräsentation, vertieften sich in die Erklärung der Schaltungen und bereiteten aufwändige Präsentationen vor.

Schließlich zeigten die Teilnehmer am 13.06.2015 als Abschluss des Kurses ihren Eltern und interessierten Zuhörern, was sie gelernt hatten: Sie präsentierten für technische Laien verständlich aufbereitet verschiedene selbst gebaute Schaltungen wie eine Alarmanlage, eine Quizuhr, einen Doppelblinker, eine „Super-Quietschbox“ oder die oben genannten Bausätze LED-Verkehrsampel, Bewegungsmelder und Klatschschalter. Die dabei vorkommenden elektronischen Bauteile wurden jeweils in ihren Grundfunktionen erklärt.

Zum Abschluss erhielten die Schülerinnen und Schüler ein Zertifikat über ihre Teilnahme am Kurs.


Die Arbeit mit einer so kleinen Gruppe motivierter Schüler, die auch am Freitagnachmittag und Samstagmittag noch wissbegierig waren, bereitete mir große Freude. Allen Schülern, die „mehr“ wissen wollen als in den Lehrplänen steht, sei ein solcher Enrichment-Kurs wärmstens empfohlen!

        StDin G. Seelmann