Gymnasium Bad Königshofen

„Zusammenkommen ist ein Beginn, zusammenbleiben ist ein Fortschritt, zusammenarbeiten ist ein Erfolg.“

Henry Ford

Sprachliches Gymnasium - Humanistisches Gymnasium - Naturwissenschaftlich-technologisches Gymnasium

Besondere Angebote

Enrichment-Kurs der Schülerakademie Main-Rhön 2016/17

Enrichment-Kurs der Schülerakademie Main-Rhön im Schuljahr 2016/17: „Sonne, Mond und Sterne ...“

Für besonders begabte und interessierte Schülerinnen und Schüler an Gymnasien wird in Unterfranken ein Enrichment-Programm angeboten. Die Teilnehmer besuchen an sieben Freitagen und Samstagen im Schuljahr einen der für die 6./7. bzw. 8./9. Jahrgangsstufe angebotenen Kurse. Am Gymnasium Bad Königshofen trafen sich im Schuljahr 2016/17 sechs Schülerinnen und sieben Schüler der 6. und 7. Jahrgangsstufe aus den Gymnasien Bad Königshofen, Ebern, Mellrichstadt, Münnerstadt und Schweinfurt (Alexander-von-Humboldt-Gymnasium, Olympia-Morata-Gymnasium), um den Enrichment-Kurs „Sonne, Mond und Sterne ...“ unter Leitung von Frau Seelmann zu besuchen.

Die Veränderungen des Sonnenstands, des Mondes und des Sternenhimmels im Jahreslauf haben die Menschheit seit jeher zu systematischen Beobachtungen angeregt. Im Laufe der Jahrtausende hat sich die Wissenschaft der Astronomie entwickelt, die gerade in der heutigen Zeit mit immer größeren Teleskopen, Raumsonden und verbesserter Technik spannende neue Einblicke in die Tiefen des Weltalls liefert.

Im angebotenen Kurs konnten die Schüler die faszinierende Welt der Sterne und Planeten näher entdecken. Das Gymnasium Bad Königshofen bietet mit einer Sternwarte mit einem modernen Teleskop und einem kleinen Planetarium ideale Voraussetzungen für die Beschäftigung mit Astronomie.

Zu Beginn des Kurses im Oktober lernten die Schüler sich am Sternenhimmel zu orientieren. Sie bastelten eine Sternkarte und erhielten einen Überblick über die wichtigsten Sternbilder. Die Bahn der Sonne im Jahreslauf und die Entstehung der Jahreszeiten wurden an Modellen veranschaulicht. Am Abendhimmel konnten wir die ISS vorüber ziehen sehen und einen ersten Blick durch das Teleskop auf den Mars und den Mond werfen.

Der Mond stand im November im Fokus des Interesses, da am 13. November der Vollmond aufgrund eines geringen Abstandes von der Erde besonders groß zu sehen war. Die Schüler beschäftigten sich mit der Entsehung des Mondes und der Mondoberfläche sowie den Mondphasen. Weiterhin besprachen wir die einzelnen Planeten des Sonnensystems mit ihren Besonderheiten und gestalteten eine Übersicht über das Sonnensystem an der Klassenzimmerwand. Im Dezember gingen wir der Frage nach, was der „Stern von Bethlehem“ aus astronomischer Sicht gewesen sein könnte. Bei trübem Winterwetter marschierten wir auf dem Königshöfer Planetenweg bis zum äußersten Planeten des Sonnensystems, zu Neptun, und konnten so die riesigen Abstände zwischen den Planeten mit den eigenen Füßen erfahren. Unser Hauptthema im Januar war die Sonne. Die Schüler lernten den Aufbau der Sonne kennen und konnten in Versuchen das Geschehen an der Sonnenoberfläche nachvollziehen. Das Licht der Sonne und anderer Lichtquellen wurde mit einem selbst gebastelten Spekrometer untersucht. Die Schüler bekamen Tipps zur ungefährlichen Sonnenbeobachtung.

Am 10. März besuchten wir gemeinsam die multimediale Mitmachausstellung „100 Jahre Allgemeine Relativitätstheorie“ im M!ND-Center der Universität Würzburg und konnten lernen, wie die Relativitätstheorie hilft, die Entstehung und Entwicklung unseres Universums besser zu verstehen. Nach einer Mittagspause in der Mensateria informierten wir uns im Energy Efficiency Center des ZAE (Zentrum für angewandte Energieforschung) über die Nutzung der Sonnenenergie sowie über energieeffizientes Bauen, innovative Gebäudetechnologie und Ressourcenschonung. Ausgehend von unserer Sonne beschäftigten wir uns am folgenden Samstag mit den Helligkeiten und Spektralklassen weiterer Sterne im All. Nachdem wir an den Kursterminen im Winter Pech mit dem Wetter gehabt hatten, konnten wir im März endlich wieder einen Planeten ins Visier nehmen: Der helle „Abendstern“, die Venus, zeigte sich durchs Fernrohr als „Halbvenus“.

Beim vorletzten Kurstermin im Mai war in der „Wissenswerkstatt“ in Schweinfurt handwerkliches Geschick gefragt. Die Schüler bauten einen solarbetriebenen Elektromotor, der jedoch, da das Kursangebot ganz neu war, noch nicht ganz funktionierte. Die Mitarbeiter der Wissenswerkstatt waren so nett, die Konstruktionsfehler selbst zu beheben und uns die fertigen Motoren zukommen zu lassen. Nach diesem Einblick in die Photovoltaik wandten wir uns der Entwicklung der Sterne und der Einteilung der Sterne nach dem Hertzsprung-Russell-Diagramm sowie der Entstehung des Weltalls nach dem Urknall zu. Weiterhin führten wir Experimente zur Optik durch, um die Funktion eines astronomischen Fernrohrs zu verstehen. Da sich im Mai endlich der Planet Jupiter am Abendhimmel zeigte, konnten die Schüler gemeinsam mit interessierten Eltern im Teleskop Jupiters Streifen und vier seiner Monde bestaunen.

Zum Abschluss des Kurses zeigten die Teilnehmer am 1. Juli ihren Familien einen Ausschnitt von dem, was sie über Astronomie gelernt hatten: Eine Gruppe informierte im Planetarium über die Bewegungen von Sternen und Sonne am Himmel, eine zweite Gruppe auf der Sternwarte über die Sonne. Die anderen beiden Gruppen präsentierten Wissenswertes zum Mond sowie eigene Mondfotos und gaben einen Überblick über unser Sonnensystem. Zum Abschluss erhielten die Schülerinnen und Schüler ein Zertifikat über ihre Teilnahme am Kurs.


Die Arbeit mit einer kleinen Gruppe motivierter Schüler, die auch am Freitagnachmittag und Samstagabend noch äußerst wissbegierig waren, bereitete mir große Freude. Ein solcher Enrichment-Kurs ist ein großer Gewinn für alle Schüler, die gerne mehr lernen wollen als in den Lehrplänen steht.

        StDin G. Seelmann